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Während bei der Berechnung der Gewichte für Dokumentvektoren Termhäufigkeiten im Dokument verwendet werden können, sind Anfragen häufig so kurz, dass diese Möglichkeit praktisch ausscheidet. Das gilt insbesondere für Anfragen, die in interaktiven Sitzungen gestellt werden. Dafür kann man aber die Nutzenden fragen, wie wichtig ein gefundenes Dokument für ihre Fragestellung ist, und aus diesen Relevanzurteilen Änderungen der Gewichte der Anfrage berechnen. Ein solches Verfahren ist das von Rocchio (beschrieben in Salton & McGill 1983 [->]). Dabei werden den Nutzenden auf ihre erste Anfrage mit dem Anfragevektor q eine (geordnete) Menge von Dokumenten zurückgeliefert, die sie auf ihre Relevanz hin beurteilen sollen. Dadurch ergeben sich zwei Mengen von Dokumenten: R={d+1,...,d+r} , die Menge der als relevant beurteilten Dokumente, und U={d-1,...,d-u} , die Menge der als nicht relevant beurteilten Dokumente. Bezeichne vd den zum Dokument d gehörenden Dokumentvektor, dann wird ein neuer Anfragevektor q' nach folgender Formel berechnet:

,
und
reelle Parameter, die für die jeweilige
Anwendung geeignet bestimmt werden müssen. Dieses Verfahren macht
sich die Tatsache zunutze, dass mit den Dokument- und Anfragevektoren
als Vektoren des n -dimensionalen Raumes gerechnet werden kann. Wenn man
annimmt, dass sich verschiedene "Themen" an verschiedenen
Orten in diesem Raum befinden, so wird durch die Formel der (neue)
Anfragevektor von den nicht relevanten Dokumenten weg und zu den
relevanten Dokumenten hin bewegt. Abgeschwächte Formen dieser
Formel erhält man, wenn man einzelne Parameter auf
0 setzt. So wird im Falle
=0 der neue Anfragevektor nicht von den nicht relevanten
Dokumenten, sondern nur von den relevanten beeinflusst. Das ist z. B.
dann sinnvoll, wenn man annehmen kann, dass die nicht relevanten
Dokumente nicht in einem zusammenhängenden Teilbereich des
Vektorraumes liegen, sondern über den ganzen Raum verteilt
sind.
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