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1.3.3.2: Erweiterte KlassifikationssystemeUm die geringe Flexibilität von präkoordinierten Klassifikationssystemen auszugleichen, wurden zusätzliche Mechanismen entwickelt, mit denen sie flexibler gemacht werden können. Das sind neben Doppelstellen so genannte Anhängezahlen. Damit werden Modifikationen beschrieben, die sich häufig wiederholen und verhältnismäßig unabhängig von den Begriffen sind, auf die sie angewendet werden. Das können z.B. Moderatoren sein, wie die Konstruktion "Wartung von ..." oder "Handel mit ...". Diese Anhängezahlen werden in der internationalen Dezimalklassifikation mit einem Strich an die Kennzahl des jeweiligen Begriffs angehängt. Neben diesen allgemeinen Begriffen gibt es noch eine Reihe von Verknüpfungssymbolen, die ganz spezifische semantische Bedeutungen haben. Zum Beispiel wird durch das Gleichheitszeichen eine Sprache ausgedrückt: 860=20 bezeichnet "Spanische Literatur in englischer Sprache". Durch runde Klammern wird ein Ort spezifiziert: 622.33(493) bezeichnet "Kohlebergbau in Belgien". Die Anhängezahl -05 weist eine handelnde Person aus: 655.1-05 bezeichnet "Buchdrucker". (Alle Beispiele aus Manecke, 1997 [->] ) Durch solche Verfahren erhält die Klassifikation eine komplexere Syntax, mit der insbesondere komplexe Objekte genauer modelliert werden können. Sie gehen damit in Richtung eines Repräsentationsansatzes, wie er in der künstlichen Intelligenz weiterentwickelt wurde. Diese Ansätze, Aspekte außerhalb der eigentlichen hierarchischen Klassifikation zu modellieren, indem Bezeichner erst bei der Einordnung eines Objekts konstruiert werden, bezeichnet man als Postkoordination. Eine andere Weiterentwicklung der Klassifikationen hin zu mehr Flexibilität und einer stärkeren Ausdrucksfähigkeit sind Facettenklassifikationen. Hier werden zunächst so genannte Grundkategorien gebildet, die den Gesichtspunkten entsprechen, unter denen die Objekte betrachtet werden können. Für jede Grundkategorie werden dann als mögliche Werte so genannte Facetten angegeben. Diese Werte können auch hierarchisch strukturiert sein. Ein Bezeichner besteht jetzt aus Teileinträgen aus jeder Grundkategorie. Die Toman-Klassifikation für das Bibliothekswesen und die Informationsarbeit (beschrieben in Manecke, 1997 [->] ) enthält z.B. die in Abbildung 24 angegebenen Grundkategorien. Die Facettenwerte der ersten Grundkategorie "Leistungen" sind in Abbildung 25 angegeben.
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